Petermann gibt nach

Bürgermeister Hans Petermann wollte die 41-Stunden-Woche, beugte sich jedoch der Mehrheit. Foto: w. wolf
Mit Verweis auf die Beschlussvorlage und ohne Diskussion wurde am Montag im Riedlinger Gemeinderat die Rückkehr der Stadt in den Kommunalen Arbeitgeberverband vorgegeben. Einstimmig.
Riedlingen – Keine drei Minuten dauerte die Behandlung des Tagesordnungspunktes. Brisanz hatte das Thema im Juni 2011 gezeigt. Damals lag den Gemeinderäten ein Brief des Personalratsvorsitzenden Harry Schrems vor, der Bürgermeister Hans Petermann vorenthalten worden war. Sein Inhalt hatte zu hitzigen Diskussionen geführt, die um die Frage kreisten, ob die Stimmung unter den Bediensteten im Rathaus gut oder schlecht sei, was unterschiedlich beurteilt wurde. Statt der Rückkehr in die Tarifgemeinschaft wurde damals auf Information in nichtöffentlicher Sitzung gesetzt.
Hintergrund war der Ausstieg aus dem Kommunalen Arbeitgeberverband fünf Jahre davor, nachdem es dem Stadtoberhaupt nicht gelungen war, alle Bediensteten freiwillig auf eine Wochenarbeitszeit von 40, beziehungsweise 41 Stunden einzuschwören.
Dass es vier Sitzungen bedurfte, zeige, dass es „lange Diskussionen hinter den Kulissen“ gegeben habe, räumt Hans Petermann in einem Gespräch mit dem WOCHENBLATT ein und er verhehlt nicht, dass er einen „Sonderweg“ bevorzugt hätte: 40 oder 41 Stunden in der Woche bei finanziellem Ausgleich zu arbeiten, anstatt auf 39 zurückzukehren. Allerdings hätte bei einer Umfrage eine klare Mehrheit für die 39-Stunden-Regelung votiert.
Dem trägt der Beschluss Rechnung. Wenn 90 Prozent der Beschäftigten auf 40- oder 41-Stunden-Basis die Änderungsverträge auf 39 Wochen-Stunden unterschreiben, wird die Gastmitgliedschaft im Kommunalen Arbeitgeberverband in eine Vollmitgliedschaft umgewandelt.
Sollte es dabei bleiben, werden bei der Stadt Riedlingen zwei neue Stellen geschaffen, eine für den Kindergarten und eine für die Verwaltung.





