OB-Wahl: Zwei bleiben im Rennen

Klaus Tappeser (li.) und Gerhard Ecker treten gegeneinander an. Wer auf dem OB-Sessel Platz nehmen darf, entscheiden die Lindauer am 26. Februar Fotos: Stock
Lindau bekommt nach zwölf Jahren einen neuen Oberbürgermeister. Ob dieser Gerhard Ecker oder Klaus Tappeser heißen wird, entscheidet die Stichwahl am 26. Februar.
Lindau – Die Lindauer wollen den Wechsel – das hat der erste Wahlgang am Sonntag mehr als deutlich gezeigt. Denn von den vier Kandidaten schnitt Amtsinhaberin Petra Seidl, die für die Freien Bürger (FB) angetreten war, am schlechtesten ab (siehe Kasten). Nicht viel besser erging es Max Strauß (Bunte Liste), er konnte lediglich 120 Stimmen mehr auf sich vereinen. Und weil kein Bewerber die 50-Prozent-Marke geknackt hat, bleibt bis zum Schluss offen, wer Ende März von Seidl die Rathausschlüssel entgegennehmen darf.
Zwar hatte der Kandidat von SPD, Freie Wähler (FW) und ÖDP, Gerhard Ecker, gegenüber seinem Konkurrenten von der CSU, Klaus Tappeser, zuletzt noch einen Vorsprung von über sechs Prozentpunkten. Doch werden bis zur Stichwahl in zehn Tagen die Karten noch mal neu gemischt. Entscheidend wird sein, wem sich die bisherigen Seidl- und Strauß-Wähler anschließen werden. Außerdem kommt es auch auf die Bürger an, die am Sonntag nicht zur Wahl gingen. Wer sie mobilisieren kann, gewinnt für sich ein weiteres Stimmenpotenzial.
Seidl will, wie sie im Gespräch mit dem WOCHENBLATT sagt, „aus Prinzip keine Wahlempfehlung abgeben“ – der Bürger sei „mündig genug“. Ihre Stimmen werden sich demnach wohl auf beide Kandidaten verteilen. Auch Strauß will, zumindest vorerst, keine Empfehlung aussprechen. „Das wäre so etwas wie die Wahl zwischen Pest und Cholera“, meint er. Eher denke er an „Wahlprüfsteine“, aber die seien „so hart, dass ohnehin keiner der beiden Bewerber sie erfüllen kann“. Dennoch dürfte klar sein, dass Anhänger der Bunten Liste, die am 26. Februar zur Wahl gehen, sich mehrheitlich für das aus ihrer Sicht „kleinere Übel“, sprich Ecker, entscheiden werden. Denn weit mehr als beim ersten Urnengang dürfte es im Finale zu einer Parteienwahl kommen.





