Modekönig Wöhrl steigt ein bei Intersky

Sie sitzen künftig in einem Boot – pardon, in einer Kabine (v. li.): Hans Rudolf Wöhrl mit Schwiegersohn Peter Oncken sowie das Paar Rolf Seewald und Renate Moser
Die österreichische Airline „Intersky“ mit Heimatflughafen Friedrichshafen nimmt nach Turbulenzen neuen Kurs auf: Modehauskönig Hans Rudolf Wöhrl und sein Schwiegersohn Peter Oncken steigen bei der Regionalfluglinie ein. Was viele überrascht: Die Nürnberger übernehmen satte 74,9 Prozent.
Friedrichshafen – Renate Moser muss erst ein paar Leute abbusseln, bevor sie vor die Presse tritt und in charmantem Wienerisch verkündet: „Wir haben geheiratet.“ Die „Intersky“-Chefin hat ihr strahlendes Lächeln aufgesetzt, das selbst bei Turbulenzen noch nie gefror, doch heute leuchtet es einen Tick mehr als sonst. Eine harte Zeit der Partnersuche liegt hinter der Geschäftsfrau. Ihr Lebenswerk hing am seidenen Faden. Zuletzt verkaufte sie einen der vier Vögel ihrer Flugzeugflotte, sogar ihr eigener Sohn musste als Geschäftsführer von Bord. Nun richtet sich ihr Blick ganz auf den „Bräutigam“: „Es war verdammt schwer, ihn für die Intersky zu begeistern“, sagt Renate Moser über Hans Rudolf Wöhrl.
Der Nürnberger Modehauskönig, der mit 18 bereits als Pilot im Cockpit saß, stand ständig mit mehr als nur einem Bein im Fluggeschäft. Mit 27 gründete er seine eigene Airline, den „Nürnberger Flugdienst“ (heute Eurowings). 2003 kaufte er die defizitäre Deutsche BA für einen Euro auf und sanierte das Unternehmen mit ebenso glücklicher Hand wie die LTU (heute Air Berlin). Für n‘ Appel und n‘ Ei ging die „Intersky“ zwar nicht an seine Intro Aviation GmbH – „was die Verkaufssumme betrifft haben wir eine Vertraulichkeitserklärung unterzeichnet“ – mit 74,9 Prozent ist der Geschäftsanteil jedoch überraschend hoch. Auch Wöhrls Schwiegersohn Peter Oncken stieg als künftiger Geschäftsführer mit 25,1 Prozent ein.
Wöhrl, der mit seiner 2011 gegründeten Gesellschaft „flynext“ eigentlich in einer größeren Klasse fliegt, betrachtet „Intersky“ nicht als Eintagsfliege. Der Flugzeugpark soll um 70-Sitzer erweitert werden. Momentan fliegt das Unternehmen mit drei 50-sitzigen Dash-Maschinen. Dem Unternehmer schwebt vor, Wien dreimal am Tag anzusteuern und auch den Linienverkehr nach Berlin zu verdichten.





