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Ravensburg
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20.04.2017

Mehr als 800 Teilnehmer beim Friedensweg

Die Friedensaktivisten liefen in einem bunten Zug durch Friedrichshafen. Foto: pr

Während bundesweit in über 90 Städten die traditionellen Ostermärsche für den Frieden stattfanden, versammelten sich am Ostermontag in Friedrichshafen über 800 Menschen zum 9. grenzüberschreitenden Friedensweg unter dem Motto „Von der Kriegslogik zu einer Friedenskultur“. 

Friedrichshafen – „Frieden muss ohne Waffen geschaffen werden“, betonte Organisator Frieder Fahrbach in seiner Begrüßungsrede. Grund zur Alarmbereitschaft gebe es genug: Die Bodenseeregion sei einer der größten Rüstungs-standorte Europas, zudem wolle die Bundesregierung den Etat für die Rüstungsindustrie in diesem Jahr auf 37 Millionen Euro erhöhen, anstatt sich an Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot zu beteiligen. 

Teilnehmer aus Vorarlberg, aus Süddeutschland und eine Delegation aus der Schweiz, die am Mittag mit der Fähre aus Romanshorn eingetroffen war, liefen von der Anlegestelle in einem bunten Zug durch die Stadt und versammelten sich zur Abschlusskundgebung am Adenauer Platz vor dem Rathaus. Dort hielt Andreas Zumach, Friedensaktivist und UNO-Korrespondent aus Genf, eine Grundsatzrede zum Thema „Friedenskultur entwickeln – die zentrale Herausforderung für uns alle“. 

Zuvor hatten sich an drei Stationen am Friedensweg drei Frauen zu aktuellen Friedensfragen geäussert: Anne Rieger vom Bundesausschuss Friedensratschlag betonte, dass die Rüstungskonversion, also die Umwandlung von Rüstungsproduktion in zivile Güterherstellung, die Schwester der Abrüstung sei. Claudia Haydt von der Tübinger Informationsstelle Militarisierung forderte zivile Konfliktlösungen statt Rache und immer wieder Rache. Die Schweizer Nationalrätin Claudia Friedl aus St. Gallen beschäftigte sich vor allem mit der aktuellen Lage in der Türkei nach der gestrigen Zustimmung zur autoritären Verfassung Erdogans.

Zum diesjährigen Internationalen Bodensee-Friedensweg hatten mehr als 60 kirchliche, soziale und friedenspolitische Organisationen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland aufgerufen, darunter Amnesty, der Versöhnungsbund, Pax Christi und der Schweizerische Friedensrat. dab/pr