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Ravensburg
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09.08.2012

Leichenschänder unterwegs

Hat sich der Leichenschänder in der Leichenhalle unter der Kapelle St. Wolfgang in Wangen (l. und oben) einschließen lassen, um ungestört seinem perversen Trieb nachkommen zu können? Fotos: christian schwarz

Wie krank muss ein Mensch sein, um so etwas zu machen? Nach einer Leichenschändung in der Leichenhalle auf dem Wangener Friedhof St. Wolfgang sperrt die Stadt Wangen nun die Leichenhalle für die Öffentlichkeit.

wangen – Der parkähnlich angelegte Wangener Friedhof St. Wolfgang mit seinen Hügeln und schattigen Bäumen ist einer der schönsten in ganz Deutschland. Vergangenes Wochenende hat ein noch unbekannter Täter die Idylle brutal zerstört und für blankes Entsetzen nicht nur bei den Wangener Bürgern gesorgt. Zwischen Samstagnachmittag, 16.30 Uhr und Sonntagmorgen, 9 Uhr, passierte Ungeheuerliches in der Leichenhalle, die unter der St. Wolfgang-Kapelle liegt. Der Täter nahm den dort aufgebahrten Leichnam einer 90 Jahre alten Frau aus dem Sarg, legte ihn in einem benachbarten Raum ab und entkleidete ihn teilweise. Zudem verschmierte er die Leichenhalle mit Kot. Auf ein sexuelles Motiv (Nekrophilie) gibt es allerdings laut Polizeisprecher Peter Korn derzeit keine konkreten Hinweise.

Die Tat wurde von Angehörigen entdeckt, die Sonntagfrüh am Sarg Kerzen entzünden wollten. Die Zeugenbefragungen und Aufrufe der Ravensburger Kripo haben bisher noch keine Hinweise erbracht. Die Stadt Wangen hat reagiert und die Leichenhalle ab sofort für die Öffentlichkeit geschlossen sowie die Schlösser ausgetauscht. Sie wird nur noch auf Anforderung von Angehörigen Verstorbener geöffnet. OB Lang überlegt, ob das nicht dauerhaft so bleibt.

Wird der Täter gefasst, drohen ihm wegen Störung der Totenruhe bis zu drei Jahre Gefängnis.