„Ich höre auch AC/DC!“

Hier singt Hansi Hinterseer: Das gigantische Bühnenbild ist 22 Meter breit und besteht aus 500 Einzelteilen FOTOS: KÜNSTLERAGENTUR KÖNIG
Vom Pistenturbo zum Stadl-Held: Hansi Hinterseer, Slalom-Weltcupsieger und Bauernbub hat über vier Millionen Tonträgern verkauft. Am 27. März kommt der Volksmusik-Star in die Big Box nach Kempten – vorher telefoniert er mit dem WOCHENBLATT
K Servus Hansi, wo erwische ich Dich gerade?
Hansi Hinterseer: Wir fahren im Tourbus von Dresden nach Chemnitz. Ich gebe heute Abend ein Konzert, meine Europatour läuft.
K Du gibst 44 Konzerte in zwei Monaten. Mensch Hansi, wie packst Du das mit 58 Jahren?
(lacht) Kein Problem. Ich bin topfit. Außerdem sind zwischendurch mal zehn Tage frei. Das passt schon.
K Kommst Du als ehemaliger Slalom-Weltcupsieger noch zum Sport zwischen den ganzen Auftritten?
Joggen ist bei den Temperaturen nicht so lustig. Aber wir haben super Hotels, überall gibt‘s Fitnessräume. Wir sind eine sportliche Truppe. Ich motiviere die Leute jeden Tag, sich zu bewegen. Außerdem gibt‘s überall eine Sauna. Das tut gut nach einem Auftritt.
K Warten nach Konzerten im Hotel immer noch Groupies?
(lacht) Bis jetzt habe ich noch keine gesehen.
K Du füllst mal wieder die großen Hallen, Hunderttausende sehen Dich in diesen Tagen. Ganz ehrlich: Wie kommst Du runter, abends völlig allein im Hotelzimmer?
Ich leg‘ mich nieder und schlafe. Kein Problem. Ich weiß, dass andere Künstler dafür Stunden brauchen. Aber mein Körper ist durch den Sport so konditioniert. Runter von der Bühne, rein ins Bett.
K Deine Tochter Laura hat kürzlich in BILD verraten, dass sie Musik der Hardrockband AC/DC hört. Trotzdem kann sie 300 Lieder von Dir mitsingen. Wie passt das zusammen?
Wieso soll das nicht zusammen passen? Ich höre auch gerne AC/DC. Ich höre auch andere Musikrichtungen. Wir sind in der Familie nicht so festgefahren.
K Hast Du Dir mal überlegt, warum Du so erfolgreich bist?
Ich glaube, dass die Leute wissen, dass ich authentisch bin. Meine Lieder gehen ins Herz, ich singe die Wahrheit. Und ich befriedige die Sehnsucht vieler Menschen nach einer heilenden Welt.
K Du stammst ja aus einer Familie von Bergbauern. Bist Du froh, dass Du heute nicht selbst als Bergbauer arbeitest und bei der Kälte um 5 Uhr raus musst?
Nein, das könnte ich auch. Ich bin gerne in der Natur, das ist mein Leben. Ich habe noch viel Kontakt zu den Bergbauern. Die Leute haben eine andere Einstellung als Menschen, die andere Berufe ausüben. Die Bergbauern schützen unsere Heimat, unsere Natur. Davor habe ich allergrößten Respekt. Auch davor, wie sie jetzt in der Kälte arbeiten.
K Deine Crew besteht aus 50 Mitarbeitern. Wie hart ist ihr Job bei der Tour?
Bühne aufbauen, Bühne abbauen, Schwitzen, immer wieder raus in die Kälte, das ist der Wahnsinn. Trotzdem sind alle voll konzentriert bei der Sache. Ich bin unheimlich stolz auf meine Crew.
K Wir sehen Dich am 27. März in Kempten, wenn Du in der Big Box singst. Ist das ein besonderes Konzert für Dich?
Jedes Konzert ist etwas besonderes. Auf die Big Box freue ich mich unwahrscheinlich. Die Allgäuer sind gut drauf, ich habe dort schon wunderbare Konzerte gegeben. Da wird eine Stimmung sein, über die kannst Du lange berichten.





