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Ravensburg
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09.08.2012

Genügend Plätze für die Jüngsten

Diese Kinder freuen sich drauf, dass nächstes Jahr noch Kleinere in der Nachbarschaft sind: Spatenstich zum Neubau der Kinderkrippe in Fridingen neben Schule und Kindergarten. Foto: wdb

Es ist in vielen Kommunen der Aufreger: Ab 1. August 2013 gibt es einen Rechtsanspruch für alle ein- und zweijährigen Kinder auf einen Betreuungsplatz. Im Kreis Tuttlingen wird es genügend geben, da ist sich Oliver Butsch sicher.

Kreis Tuttlingen – Und Butsch muss es wissen, denn er ist Leiter des Jugendamts beim Landratsamt Tuttlingen.

So ganz genau ist es natürlich niemandem bekannt , wie viele Kleinkinder tatsächlich betreut werden sollen. „Die Eltern wissen es selbst ja noch nicht, ob sie die Betreuung brauchen“, sagt Butsch. Als Durchschnittswert hatte das Bundesfamilienministerium angenommen, dass dies 35 Prozent der Kinder sind. Butsch geht davon aus, dass es in manchen Gemeinden weniger, in anderen mehr sind. Doch der Bedarf hängt von vielen Faktoren ab: So seien während der Krise plötzliche viele Kinderbetreuungsplätze nicht besetzt gewesen, weil Eltern Kurzarbeit hatten oder gekündigt wurden und die Kinder dann lieber zu Hause hatten – auch um den Elternbeitrag zu sparen.

Zurzeit ist Butsch dabei, die Zahlen zu erheben, die er dann im Herbst dem Kreistag präsentieren wird. Bislang war er auf ältere Schätzungen angewiesen. Außerdem wurden und werden dieser Tage die Kinder geboren, die im Sommer 2013 ein Jahr alt werden und somit von Anfang an einen Betreuungsanspruch haben. Es wird viel gebaut – wie in Fridingen, wo vor Kurzem der erste Spatenstich zur Kindertagesstätte mit 20 Plätzen war. Im Tuttlinger Krankenhaus werden 20 Plätze entstehen. Außerdem freut sich Butsch auch über private Träger wie beispielsweise in Tuttlingen und Trossingen.

Ob es genügend Erzieher gibt, ist natürlich eine spannende Frage, die bundesweit diskutiert wird. Doch auch da ist Butsch nicht bange. Unlängst gab es, als es um die Besetzung von sechs Stellen für die Kindertagesstätte im Krankenhaus ging, über 80 Bewerbungen. „Das waren richtig gute Leute!“, hat Butsch bei Bewerbungsgesprächen festgestellt. Der Bedarf ist aber auch groß, denn für die Betreuung der Ein- und Zweijährigen rechnet man (statistisch!) je 2,9 Kinder eine Fachkraft. Und nicht überall ist der Andrang so groß: „Ich höre aus dem Landkreis, dass es nicht gelingt, Fachkräfte zu bekommen.“

Drei Arten der Betreuung gibt es. Die meisten, das sind gut über 400, kommen in eine Kinderkrippe, wo nur Kinder dieser Altersgruppe betreut werden. 250 Plätze gibt es in altersgemischten Gruppen, und immerhin 150 bei Tagesmüttern. Mit der Schaffung dieser Betreuungsplätze ist aber nur ein Anfang gemacht, da ist Butsch ganz sicher: „Wenn erst mal das Angebot da ist, steigt auch die Nachfrage.“