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Ravensburg
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05.07.2012

Ein Haus mit viel Licht

Architektin Melanie Hotz übergibt Landrat Dirk Gaerte (kleines Foto Mitte) und Kliniken-Chef Willi Römpp den Schlüssel fürs neue Annahaus. Foto: Birgit Mehl

Das neue Annahaus der Kliniken Landkreis Sigmaringen, In der Au 10, ist fertig. Am Samstag, 7. Juli, 10 - 16 Uhr, ist Tag der offenen Tür - mit Vorträgen, Infoständen, Essen und Musik. Am 12. Juli ziehen die Bewohner von der Hohenzollernstraße 8 in ihr neues Zuhause um.

Sigmaringen – Das neue Annahaus bietet 63 Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen ein Zuhause nahe am Zentrum. Die Architekten Elmar Hotz und seine Tochter Melanie sorgten für klare Strukturen und flexible Nutzungsmöglichkeiten. Für jeden wurden nach dem Landesheimpflegegesetz 45 m² verbaut.

Fürs Einzelzimmer, das nun jeder bekommt, bleiben 16 m². Die Einrichtung ist schlicht, aber wohnlich, das Bad funktional. Große, kippbare Fenster lassen viel Licht ein. An den Wänden und auf dem Boden dominieren sanfte, warme Töne. Den Zimmern vorgelagert ist jeweils ein großzügig gestalteter Ess- und Wohnbereich. Der Stahlbetonbau besteht aus zwei Gebäudeteilen, die durch ein Mittelhaus (mit Gruppenraum, Pflegebad, WCs für Personal und Besucher) miteinander verbunden sind. Auf mehreren Balkonen oder im Garten können die Bewohner frische Luft und teils sogar den Blick aufs Schloss genießen.

Fünf Wohngruppen

Die Mauer, die zum Bahngelände hin errichtet wurde und dem Schallschutz dient, soll noch grün werden. Ein Gebäudeteil ist zweigeschossig, der andere dreigeschossig. Einen Keller gibt es auch. Auf jeder Etage ist eine andere Wohngruppe daheim. Die Menschen, die hier am 12. Juli einziehen werden, sind schizophren, haben Borderline-Störungen oder Verhaltensauffälligkeiten. Es gibt drei verschiedene Pflegekonzepte; die Hilfen sind individuell abgestimmt. Die einen leben in einem beschützten Bereich, die anderen können zur Arbeitstherapie gehen und haben soziale Bindungen.

7,4 Millionen Euro investierten die Kliniken des Landkreises. 2,4 Millionen Euro sind Fördermittel (Kommunalverband für Jugend und Soziales, Land), 570 000 Euro Eigenmittel, der Rest wird auf 25 Jahre über Darlehen finanziert. „Wir haben in viereinhalb Jahren achtzehneinhalb Millionen Euro investiert“, berichtete Landrat Dirk Gaerte bei der offiziellen Einweihung und freute sich über die schwarzen Zahlen des Plankrankenhauses. Dabei betonte er: „Ich bin stolz auf die Mitarbeiter.“ Im Annahaus arbeitet ein 35-köpfiges Team. Ärztlicher Leiter ist Dr. Frank- Thomas Bopp, Chefarzt Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Heim- und Pflegedienstleiterin ist Petra Schaar. Birgit Mehl