Gehaltserhöhung für alle Frauen?

Daumen hoch! Die Damen vom Biberacher Frauenforum kämpfen für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern: (v.l.) Elfi Eyssel, Silvia Sonntag, Andrea Sülzle, Annette Roser-Koepff, Claudia Fay, Gabi Kübler
Die Mitglieder des Biberacher Frauenforums schlagen Alarm. Eine Erhebung hat ergeben, dass Frauen in Deutschland rund 23 Prozent weniger Geld verdienen als männliche Arbeitnehmer – auch im Landkreis Biberach! Das sollen die Bosse jetzt ändern
Biberach
Die Frage natürlich: Warum ist das so? Eine WOCHENBLATT-Umfrage bei großen Arbeitgebern hat ergeben, dass keine unterschiedlichen Tarifverträge für Männer und Frauen existieren. „Ungleiche Bezahlung unter gleichen Bedingungen im gleichen Betrieb ist auch seit Jahren verboten", sagt SPD-Stadträtin Gabi Kübler. Trotzdem gibts diese Diskrepanz von 23 Prozent bei den Gehältern.
Steuerberaterin Claudia Fay glaubt, dass Frauen beim Gehalt nicht so hart verhandeln wie Männer. Frauen würden mehr Wert auf andere Aspekte legen, z.B. flexible Arbeitszeiten.
Grünen-Stadträtin Silvia Sonntag sagt wiederum: „Die Gehaltsunterschiede sind auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass typische Frauenberufe wie z.B. Erzieherinnen im Vergleich zu typischen Männerberufen wie z.B. Mechatroniker eindeutig schlechter bezahlt sind." Eine Erhebung vom „Bund der Arbeitgeber" kann das belegen. Demnach haben rund 80 Prozent der Lohnunterschiede „strukturelle Gründe". Konkret: Frauen arbeiten häufig in sozialen Berufen – die werden nun mal schlechter bezahlt. Tatsächlich ergreifen Berufsanfängerinnen nur zehn von 344 Ausbildungsberufen. Sülzle will jetzt Entscheider aus Wirtschaft und Politik einladen, um das Thema weiter zu erörtern.
Robin Halle
– Das Datum verblüfft: Frauen müssen bis zum 23. März 2012 arbeiten, um ein „Jahresgehalt" zu erzielen, das Männer bereits am 31. Dezember 2011 auf dem Konto hatten. Andrea Sülzle vom Biberacher Frauenforum kann mit Statistiken belegen, dass z.B. männliche Verkäufer durchschnittlich 14,45 Euro pro Stunde verdienen – Verkäuferinnen aber nur 10,96 Euro.





