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16.02.2017

Der alte Chef macht Platz

Das Filmfest Biberach bekommt am Montag einen neuen Organisationsleiter

Zwischen die Filmfest-Köpfe Werner Krug und Adrian Kutter passt mehr als ein Blatt Papier. Das dürfte einer der Gründe sein, warum sich Krug aus der Führungsriege zurückzieht.

Neue Zeiten bei den Biberacher Filmfestspielen: Am Montag wird ein neuer Vorstand gewählt. Damit soll der Dauerzoff hinter den Kulissen beendet werden. Kurios: Dass Tobias Meinhold am Montag den Mitgliedern als Kandidat präsentiert werden soll, sollte bis dann ein Geheimnis bleiben. Hat aber nicht geklappt.

Biberach – Es ist so eine Sache mit den Geheimnissen. Sie bleiben nicht lange geheim. Der bisheriger Pressesprecher des Vereins Biberacher Filmfestspiele Tobias Meinhold soll der neue Vorsitzende werden und Werner Krug ablösen. Ein guter Plan, auf den sich der sechsköpfige Vorstand einstimmig verständigt hatte. Kein guter Plan hingegen: Diese wichtige Personalie sollte bis zuletzt geheim bleiben und die Mitglieder am Montag damit überrascht werden, damit sie vor der Wahl möglichst wenig Zeit zum Nachdenken haben. Zumindest könnte man das so vermuten.

Nun hat aber der scheidende Vorsitzende Werner Krug gegenüber den Vertretern verschiedener Medien geplaudert. „Ich bin nicht mehr dabei". Der offizielle Grund für den Rückzug: Einem jüngeren Vorsitzenden Platz machen, der als Repräsentant und Organisationschef die Abwicklung der Filmfestspiele in die Hand nimmt. Der inoffizielle: Der Dauerkonflikt mit Adrian Kutter, der als eigenwilliger Gründer, Intendant und künstlerischer Leiter des vor 39 Jahren entstandenen Festivals des deutschsprachigen Films einfach auf keinen gemeinsamen Nenner mit dem selbstbewussten Studienrat Krug kam.

Der will nach eigenen Worten eine „Verjüngung" des Festivals einläuten. Vorstand und Verwaltung des Vereins sollen jünger werden, ebenso das Publikum des Festivals, das an fünf Tagen rund 13 000 Filmfans aus ganz Oberschwaben anlockt.

Soll auch das Filmfest-Programm jünger werden und mehr Teenie-Filme zeigen? Krug: „Das ist Sache des Intendanten. Und ich würde niemand raten, ihm da reinzureden."