Dabei geht es nicht ums Zügle-Fahren, sondern vor allem ums Bauen, wie bei der Modellbahngruppe Lindau. Mit viel Akribie und Liebe zum Detail fertigen die Mitglieder Häuser, Bäume und Bahnhöfe an, legen Gärten, Wälder und Gleise an, fügen Schranken und Signalanlagen ein - alles im Maßstab 1:160 und passend zur neun Millimeter breiten Gleisspur N.
Seit März vorigen Jahres baut die aus rund 50 Mitgliedern bestehende Gruppe an der neuen Anlage, die bislang sieben Module umfasst und aneinandergelegt eine Strecke von etwa 14 Metern ergibt. Dargestellt wird ein Teil der Bodenseegürtelbahn samt angrenzenden Flächen zur Zeit der 80er Jahre, konkret der Abschnitt zwischen Nonnenhorn und Enzisweiler - alles möglichst originalgetreu. Derzeit arbeiten die Modellbauer an der Strecke Enzisweiler-Aeschach (Abschnitt Wiesental). In der nächsten Etappe sollen die Gleise bis zum Lindauer Hauptbahnhof gelegt werden und später von dort aus in Richtung Allgäu bis Hergatz führen.
Am meisten aber macht den Eisenbahnfreunden das Reisen Spaß. "Wir fahren mehrmals im Jahr zu Ausstellungen oder Bahnhofsfesten - früher ging?s mit unseren Waggons sogar bis nach Hamburg oder Gera. Zuletzt waren wir in Otterfing, da hatten wir bereits unsere neu gebauten Module im Hänger dabei", erzählt Thomas Krebs. Und Matthias Pröller fügt hinzu: "Da geht es meistens recht familiär zu, man kann sich mit Gleichgesinnten austauschen und fachsimpeln." Den nächsten Termin hat der Vorsitzende der Modellbahngruppe, Reinhard Hummer, gerade erst verkündet: Anfang November dürfen die Lindauer ihre neue Anlage auf der Modellbau-Messe in Friedrichshafen präsentieren.} Modelleisenbahner aus Leidenschaft: Matthias Pröller (links) und Thomas Krebs mit dem Streckenabschnitt Enzisweiler - Dr. Emil Hasel-Siedlung. Foto: STOCK
Erschienen am Donnerstag, 09. August 2007