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   Titelthema Samstag, 31. Juli 2010  

Ein spannender Schulversuch


Ein spannender Schulversuch



In Ravensburg sollen die Schüler in Zukunft länger gemeinsam lernen. Ein Gespräch mit der neuen Vorsitzenden Ursula Feine.
INTERVIEW: BIRGIT MEHL




Vertritt seit dem vergangenen Dezember an der Spitze des Gesamtelternbeirats die Belange aller 14 städtischen Schulen in Ravensburg: Ursula Feine. Foto: Birgit Mehl

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- Ravensburg will seine Schüler länger lernen lassen.Wie weit sind die Pläne für den Schulversuch fortgeschritten?
Feine: Am Bromigen Freitag werden wir nach Tübingen fahren, um zwei Schulen zu besuchen. An einer Schule ist der Versuch bereits genehmigt und angelaufen. Die andere Schule hat den Antrag gestellt. In der nächsten Phase werden wir uns zu einem Workshop treffen, um mit Vertretern aller Schulen und Parteien das weitere Vorgehen zu besprechen. Wenn die Rahmenbedingungen feststehen, werden die pädagogischen Inhalte das Thema sein.
- Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spricht sich in einem Gutachten für eine Sekundarschule aus, in der das gemeinsame Lernen von der fünften bis zur zehnten Klasse dauert.
Feine: Das ist eine Möglichkeit. Doch verschiedene Abschlüsse wird es immer geben. Man würde den Kindern keinen Gefallen tun, würde man sie alle zum Abitur führen wollen. Allerdings verschiebt sich der Druck, sich für einen angestrebten Abschluss entscheiden zu müssen, auf einen Zeitpunkt, zu dem die Schüler eventuell bereits etwas reifer sind.
- Die GEW geht davon aus, dass ein großer Teil der Hauptschulen schließen wird, wenn das Land auch in Zukunft am dreigliedrigen Schulsystem festhält.
Feine: Dass es Hauptschulen schwer haben werden, steht außer Frage. Es geht aber auch um das Ansehen der Hauptschulen. Es sollte gestärkt werden. Wir brauchen auch für diejenigen einen Schulweg, die praktisch veranlagt sind.
- Wie stehen Sie zu dem Ravensburger Gemeinderatsbeschluss, keine weiteren Werkrealschulen zu beantragen?
Feine: Auch bei uns im Gesamtelternbeirat gehen die Meinungen von der Ablehung bis zur Zustimmung.
- Die Grundschulempfehlung durch die Lehrer ist umstritten. Was halten Sie davon, wenn die Eltern das letzte Wort bekämen? Feine: Bei den Eltern spielt das Wunschdenken eine große Rolle. Wir brauchen eine möglichst objektiv getroffene Empfehlung. Diese könnte jedoch auch später abgegeben werden.

Erschienen am Donnerstag, 04. Februar 2010

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