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Ravensburgs OB Hermann Vogler verleiht Uli Betz (li.), Thomas Ego (2. v. li.) Thomas Bausch (re.) aus der Geschäftsführung der EZB-Gruppe den Ravensburger Wirtschaftspreis. Foto: KARIN BOUKABOUB

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OB Vogler verwies auf den Ravensburger Weg, der die Stadt zu einem Modell für andere Städte werden ließ. "Wir haben keine potemkinschen Dörfer, bei uns ist hinter jeder Fassade Leben." Diese Lebendigkeit verdanke Ravensburg seinen Mittelständlern und vorausschauender Planung.
Angesichts der Haushaltslage kündigte er an: "Wir müssen entschlossen sparen, aber gleichzeitig mutig in die Zukunft investieren." So wie es die EZB-Gruppe bei der Übernahme der Firma Thyssen-Nothelfer in Ravensburg vorgemacht hat. "Es war eine mutige Tat, trotz der von ThyssenKrupp beschlossenen Schließung dieses Werk zu übernehmen. Die Firma EBZ-Engineering Bausch und Ziege GmbH hat sich in besonderer Weise um den Wirtschaftsstandort Ravensburg verdient gemacht."
Lob auch für Betriebsrat
Der geschäftsführende Gesellschafter Thomas Bausch: "Dieser Preis ist eine große Ehre, wir werden damit verantwortungsvoll umgehen. Alle 350 Arbeitsplätze der hochmotivierten loyalen Mitarbeiter konnten gerettet werden, sie gaben uns viel Vertrauensvorschuss. Bis heute haben wir sie nicht enttäuscht, auch wenn uns 2008 ein eisiger Wind vom Weltmarkt entgegenblies. Schon 2009 haben die Ergebnisse die Erwartungen übertroffen."
Betriebsratsvorsitzender Nicolai Bonschinski meinte: "Eine seltenes Ereigniss, dass ein Betriebsrat von Unternehmern geehrt wird, aber wir haben gemeinsam in achtmonatigem, manchmal aussichtslos scheinendem Ringen etwas geschafft - in eurem Jargon: Wir haben heute eine Win-Win-Situation."
Bald mobil mit Strom
Referent Dr. Walter Rogg erklärte, warum der Mittelstand in Baden-Württemberg Nachhaltigkeit und Stabilität garantiere: "Wir gründen unseren Reichtum nicht auf einer Ölquelle, sondern auf schwäbische Tugenden wie Fleiß und Beharrlichkeit, die Menschen auf der Alb waren vor nicht langer Zeit sehr arm." Diese Mentalität präge auch das heutige Wirtschaften.
Gleichzeitig zeigte er die Anfälligkeit einer Region, die sich vom Automobil abhängig gemacht hat: "50 Prozent der Arbeitsplätze in der Stuttgarter Region hängen an der Autoproduktion, nach jahrzehntelangem Wachstum wirkt es jetzt, als ob ein Stecker gezogen worden sei." Aber genau hier lägen auch Chancen. Die Findigkeit und der Wisssensvorsprung der Autobauer müssten zur Elektrifizierung der Mobilität genutzt werden, "denn das ist die Existenzfrage für unsere Industrie. Alles wird sich ändern, in zehn Jahren bauen entweder wir oder andere Elektroautos in großem Stil." KARIN BOUKABOUB
Erschienen am Donnerstag, 04. Februar 2010