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Politiker unter Strom: Staatssekretär Rudolf Köberle, hier flankiert von Ravensburgs OB Hermann Vogler, verspricht den pünktlichen Ausbau der Südbahn bis Ende 2015. Foto: Uli Landthaler

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Auch nicht Staatssekretär Rudolf Köberle, der gleichwohl die Medien zum Pressetermin nach Ravensburg rief, nur um zu verkünden, dass es nichts Neues gebe und die Südbahn nach dem jetzigen Stand der Dinge tatsächlich bis Ende 2015 unter Strom gesetzt werde. Natürlich ist ein Haken dabei: Köberle gehört zur baden-württembergischen Landesregierung. Und die hat nicht das letzte Wort, dies haben der Bund und die Bahn. Das Land Baden-Württemberg hat aber entsprechende Vereinbarungen mit ihnen getroffen - mit einem wichtigen Argument: "Wir zahlen die Hälfte der Kosten", die derzeit mit rund 140 Millionen Euro veranschlagt werden. Soviel kostet der Fahrdraht plus Streckenertüchtigung, durch welche künftig Intercity-Züge mit Tempo 160 von Lindau über Friedrichshafen, Ravensburg und Biberach (sofern sie überall halten) nach Ulm und weiter in Richtung Stuttgart und Karlsruhe flitzen können. Köberle liefert Argumente, warum die Bahn großes Interesse am Ausbau habe: Die Wirtschaftlichkeitsberechnung haben einen Spitzenwert ergeben, die Elektrifizierung rechnet sich. Und Stuttgart 21 sei keine Bremse für die Südbahn-Elektrifizierung, sondern erzeuge einen Sog, der den Südbahn-Ausbau beschleunige. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Gerster zweifelt: Dem Bund als Bauherr fehle das Geld. Die Vertagung des Südbahn-Ausbaus sei Thema von Gesprächen zwischen dem Bahnvorstand und dem Bundesverkehrsministerium. Dessen Chef Dieter Ramsauer hat vorgestern verkündet, die Entscheidung falle im Sommer.
Erschienen am Donnerstag, 04. Februar 2010