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   Blick in die Region Samstag, 31. Juli 2010  

Ausgabe Ravensburg / IG Metall: Jobs statt Geld


IG Metall: Jobs statt Geld



Weiterhin 6000 Kurzarbeiter in der Region, drei Prozent als Lohnforderung für die anstehende Tarifrunde und noch keine Entlassungen: Das ist die Lage für die IG Metall im neuen Jahr. Hauptziel: Stellenabbau verhindern.




Laut IG-Metall sind derzeit rund 6000 Mitarbeiter im Bezirk Friedrichshafen-Oberschwaben von Kurzarbeit betroffen. Ein großer Teil von ihnen arbeitet bei der ZF in Friedrichshafen. Foto: ZF

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Was erwartet die Arbeitsplätze bei ZF, Müller Weingarten und den anderen Unternehmen in der Metallindustrie, die von Kurzarbeit und der durchhängenden Konjunktur betroffen sind? Wenn es nach der IG Metall geht, sollen Entlassungen auch weiterhin unbedingt vermieden werden. Stattdessen erinnerte die Gewerkschaft bei ihrem Jahrespressegespräch an das Lohnmodell, das statt Kündigungen eine vorübergehende Reduzierung von Arbeitszeit und Bezahlung vorsieht: Quasi ein freiwilliger Teilzeit-Job, bis der Betrieb wieder mehr Aufträge hat. Diese 28-Stunden-Woche mit teilweisem Lohnausgleich ist im Tarifvertrag für solche Fälle vorgesehen und soll nach dem Willen der Gewerkschaft im Bedarfsfall die Kurzarbeit ablösen, die nur einen befristeten Zeitraum gestattet ist.
Größtes Sorgenkind ist nach wie vor ZF, wo 4900 Mitarbeiter kurzarbeiten, eine Änderung sei nicht in Sicht. In den anderen Betrieben des IG-Metall-Bezirks Friedrichshafen-Oberschwaben, der bis Bad Waldsee und Bad Saulgau reicht, gebe es in der Branche weitere 1100 Kurzarbeiter, darunter 300 bei Müller Weingarten. Bei Voith in Ravensburg sei sie angesichts eines Großauftrags beendet, bei Zeppelin Silo & Systems (Anlagenbau) hingegen werde sie wohl eingeführt.
Die IG Metall wolle alles tun, damit aus den Kurzarbeitern keine Arbeitslosen werden, erklärte die Erste Bevollmächtigte Lilo Rademacher vor den Medien. Sie wolle die betroffenen Unternehmen dazu bringen, auf das Reduzierungsmodell einzuschwenken. Hauptargument: Nur mit einer kompletten Belegschaft lässt sich nach der Konjunkturflaute wieder durchstarten.
Bei der Gelegenheit nannte die Gewerkschaft auch ihre Lohnforderung für die anstehende Tarifrunde, wo Friedrichshafen-Oberschwaben Pilotbezirk werden will: Rund drei Prozent werden es wohl sein. "Die Beschäftigungssicherung hat Vorrang, eine Nullrunde machen wir aber nicht mit."

Erschienen am Donnerstag, 04. Februar 2010

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