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   Kollektiv Samstag, 31. Juli 2010  

Ausgabe Biberach / 25 Jahre leise narret - Ha no, ihr Waidäg!


25 Jahre leise narret - Ha no, ihr Waidäg!



Ein Vierteljahrhundert bohren sie jetzt in der Nase, die Laup'r Waidäg, ohne je etwas zutage zu fördern. Was die Waidag-Fasnet im Jubiläumsjahr in ihrer heißen Phase so alles zu bieten hat, lesen Sie auf unserem Narrenfahrplan, der die Aufschlagsseite dieser Beilage ziert. Am 2. Februar 1985 wurden die Laup'r Waidäg der schwäbisch-alemannischen Fasnet geschenkt.
CHRISTIAN SCHWARZ






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Aber es hat etwas gedauert, bis sie sich an die Öffentlichkeit trauten. Erst 1990 stellten sie sich den Laupheimern in der Schranne öffentlich vor, doch die angesetzte Premiere 1991 machte - Sie erinnern sich? - der Golfkrieg zunichte. So gingen die Waidäg erst 1992 "aufd Stroß" und begeisterten die Leute mit ihrer ruhigen, eher auf hintergründigen Humor angelegten Fasnet, als etwa Waidag-Schaffner einen Nahverkehrszug dirigierten. Im Millenniumsjahr 2000 nahmen sie zum ersten Mal am Zunftmeisterempfang im Landratsamt Biberach teil. Doch während die Waidäg in den 90er Jahren boomten und über 300 Zunftmitglieder vorweisen konnten, ist es in der Folge ein wenig ruhiger um sie geworden. 190 Mitglieder sind es aktuell, davon 140 Hästräger.
Masken und Narradag
Der Waidag ist ein Schlitzohr, er hält seinem Gegenüber mal den Spiegel vor, mal nimmt er ihn auf die Schippe. Er ist schlau, frech und direkt. Der Fuhrmann ist ein handfester Geselle, der auch mal schimpft und stampft. Mit seiner Karbatsche kann er ordentlich Krach schlagen. Kommt man ihm aber näher, so merkt man, daß auch er seine fröhlichen, verschlagenen Seiten hat. Das Riffelweible ist die älteste Figur der Laupheimer Fasnet. Mit ihren eindrucksvollen großen Glotzaugen bannt, mahnt oder lähmt sie die Menschen, ohne viele Worte zu gebrauchen. Ihrem Namen gemäß mag sie aber auch den einen oder anderen Rüffel erteilen. Der Bär ist ein wildes, ungestümes Wesen, darum muß er auch von den beiden Bärtreibern im Zaum gehalten werden.
Wichtigster Termin ist der Narradag . Hierzu treffen sich die Waidäg am Schloß, um im "Narrenjuck" auf den Marktplatz zu ziehen. Dort gibt es dann für das Publikum diverse Möglichkeiten, an der Fasnet teilzuhaben. Die Waidäg lassen sich jedes Jahr neue amüsante Aktionen, Spiele für Kinder und Vorführungen einfallen. Hier wird das Stadtgeschehen aufs Korn genommen, auch die Politik bekommt ihr Fett weg - immer frech aber nie gemein.

Der Bär ist ein wildes, ungestümes Wesen, darum muss er auch von den beiden Bärtreibern im Zaum gehalten werden. Immer wieder versucht er ihnen auszubrechen und erschrickt sicher den einen oder anderen Passanten. Aber kein Grund zur Sorge: Die Bärtreiber sind auf der Hut, sodass keine Gefahr besteht. Das Bärenhäs besteht aus Werg, das mit Leinenschnüren am Körper befestigt wird. Die Bärtreiber heißen Fettwanst und Schmalhans. Der Fettwanst steht für die Ausgelassenheit und den Überfluss der Fasnet. Er versinnbildlicht auch die sieben Hauptsünden, kann alles und darf alles. Der Schmalhans ist in sich gekehrt, sehr bedächtig, bevor er handelt und kennt auch den Mangel, deshalb fehlt ihm jegliche Kraft zum Aktionismus.

Erschienen am Donnerstag, 28. Januar 2010

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