Vor 29 Jahren rief er die Initiative "Hilfe für Haiti" ins Leben. Vor 13 Jahren wurde der gleichnamige Verein gegründet. Er hat neun Mitglieder und finanziert stets rund 25 jungen Menschen eine Ausbildung. Außerdem unterstützt er landwirtschaftliche Projekte. Vor einem Jahr ließ er einem Kindergarten auf dem Land Geld zukommen, um die Kleinen von Januar bis Juni einmal am Tag mit einer Mahlzeit zu versorgen. "Das Erdbeben traf ein Land, in dem die Zustände auch schon vorher katastrophal waren", sagt Hermann Klein.
Es mangle an allem. Die Ursachen dafür seien vielschichtig. In der etwa 70-prozentigen Analphabetenrate sieht der Professor einen der Hauptgründe für die Misere. Deshalb setzt sich der Verein vor allem für die Bildung junger Menschen ein. "Die Schulzeugnisse werden geprüft", versichert Hermann Klein - durch die Jesuiten, über die das gespendete Geld vor Ort an die Kinder und Jugendlichen verteilt wird, über zwei Brüder Christine Kleins oder durch ihren Mann selbst.
Etwa alle zwei Jahre bereist er das Land und trifft die jungen Menschen, die sein Verein unterstützt. Wer wolle, könne ihn begleiten. Wie viele von seinen Schützlingen das Erdbeben überlebt haben, weiß er immer noch nicht. Sowohl zu den Jesuiten als auch zu den Verwandten seiner Frau besteht derzeit kein Kontakt. Dass sowohl die Eltern als auch alle sieben Geschwister leben, konnte ein Bruder zwischendurch telefonisch mitteilen. Die Geschwister, die in Port-au-Prince leben, sind obdachlos geworden. Die Häuser der Eltern und Geschwister, die in Vallée de Jacmel auf dem Land leben, blieben stehen. "Wir setzten auf eine langfristige Hilfe", sagt Hermann Klein. "Wir würden gern Schulen bauen, es werden Lehrer gebraucht, ein weiteres Thema ist die Aufforstung."} 2009 finanzierte der Verein "Hilfe für Haiti" Kindern über mehrere Monate ein Mittagessen. Foto: CHRISTINE KLEIN
Erschienen am Donnerstag, 28. Januar 2010