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   Blick in die Region Samstag, 31. Juli 2010  

Kabellos vernetzt


Kabellos vernetzt



Mit einer funkgestützten Vernetzung von Internet-Zugangsdaten holte sich Michael Wannke die Goldmedaille bei der Erfindermesse Iena. Doch der Nonnenhorner hat noch andere Geistesblitze. Natürlich hat irgendwann ein anderer dieselbe Idee. "Das ist die Krux bei Erfindungen", sagt Michael Wannke, "man muss den richtigen Zeitpunkt erwischen."
Juanita Kränzle




Am Laptop kann Michael Wannke überall arbeiten, nur der Zeitpunkt seiner Erfindungen ist nicht egal. Foto: JUANITA KRÄNZLE

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Seine sägende Heckenschere beispielsweise kam für den Markt zu früh. Sie sei zu gefährlich, hieß es. "Einige Jahre später habe ich dann in einem Laden ein ähnliches Modell entdeckt." Wannke grinst, wenn er das erzählt. Der studierte Physiker, Ingenieur und promovierte Psychologe ("ich liebe es, vernetzt zu denken") wertet negative Erfahrungen nicht als persönliche Niederlagen. Er sucht in ihnen den Lerneffekt - der sich bei seinem "dynamischen Aufbau und Betrieb
lokaler Funkdatennetze" bezahlt gemacht hat.
Bei der Erfindermesse Iena holte er damit die Goldmedaille - fünf Jahre nach der Patentierung. "Vorher hätte das noch keinen interessiert," weiß der Mann, der sich gegen 800 Mitbewerber aus 34 Ländern durchgesetzt hat.
Mit dem Enthusiasmus des Technikers erklärt er das Prinzip: "Es ist eine funkgestützte Vernetzung von Internetzugangsdaten. Ich lade dafür eine Software aus dem Internet herunter und kann dann meinen Internetzugang per Funk an einen anderen Nutzer weitergeben, und der wieder an einen anderen. So erhält man theoretisch ein lückenloses Netzwerk, ohne auf ein flächendeckendes Kabelnetz angewiesen zu sein."
Dass eine Firma in den USA eine ähnliche Erfindung bereits in die Praxis umgesetzt hat, stört Wannke nicht. "Meine ist deutlich kundenfreundlicher", sagt der Leiter des Steinbeis - Beratungszentrums Lindau .
Dann erzählt er von seinen Erfahrungen mit der Vermarktung . " Vor dem amerikanischen Einstieg sagten potenzielle Kunden, wenn meine Idee so gut wäre, hätte sie schon ein anderer gehabt. Danach hieß es: Jetzt ist es uns zu teuer." Ein Verhalten, das die fehlende Innovationsfreudigkeit in Deutschland spiegelt , findet Wannke .
Auch in Lindau hat es mit einer praktischen Umsetzung nicht geklappt. "Eine vernetzte Insel zum Nulltarif hätte es werden können", schwärmt der Erfinder. Mittlerweile sucht er für sein Projekt eine andere Gemeinde. Und hat immer wieder neue Ideen. Es ist, als scanne sein Gehirn jeden Gedanken automatisch nach einer Erfindung ab. Seine neueste ist ein - halt, das ist noch geheim. Wegen des richtigen Zeitpunkts. Wir berichten dann in fünf oder sechs Jahren darüber.
Erfinderclub
Der „Signo Erfinderclub Oberschwaben-Allgäu — Ideen im Süden“ wurde von der Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg (WiR) 2002 gegründet. Die Mitglieder treffen sich viermal jährlich zum Erfahrungsaustausch und zu Veranstaltungen. Weitere Informationen bei Andrea Sättele von der WiR unter 0751/3590660 oder info@wir-rv.

Erschienen am Donnerstag, 04. Februar 2010

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