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"Ich bin tief beeindruckt." Bürgermeisterstellvertreter Hans Holland (l.) nimmt 1333 Proteststimmen aus Norbert Löfflers Händen entgegen. Foto: C. Schwarz

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Anfang Dezember beschließt der Ochsenhausener Gemeinderat, eine neue Werkrealschule (Sonderform der Hauptschule) ab dem Schuljahr 2010/2011 einzurichten. Da diese zweizügig (zwei Klassen pro Schuljahr) sein muss und dies die Ochsenhausener Josef-Gabler-Hauptschule im Fürstenbau nicht bieten kann, lautet der einstimmige Ratsbeschluss weiter, die Ochsenhausener und die Reinstettener Hauptschule zusammenzulegen - am Standort Reinstetten, weil für die zweizügige Werkrealschule im Fürstenbau dann kein Platz mehr sei. Dieser Beschluss löst einen Sturm der Empörung bei den betroffenen Eltern aus, vergleichbar mit dem erfolgreichen Bürgeraufstand gegen die neue Ummendorfer Friedhofssatzung. Kann ja wohl nicht sein, denken Norbert Löffler, Helmut Steigmüller, Enzo Piscitello, Bruno Brenner und andere und gründen die Bürgerinitiative "Pro Fürstenbau" mit dem Ziel, möglichst viele Stimmen zu sammeln, um den Gemeinderatsbeschluss zu kippen. Und sie stoßen auf offene Ohren. Innerhalb von zehn Tagen sammeln sie 1333 statt der benötigten 890 Unter schriften und übergeben sie im Beisein von 150 Hauptschülern und Eltern an Bürgermeisterstell vertreter Hans Holland, der sich "tief beeindruckt von diesem bürgerschaftlichen Engagement" zeigt.
Gymnasium profitiert
Die Bürgerinitiative argwöhnt, dass der Beschluss vor allem dazu diene, die drängenden Platzprobleme des auch durch Illertaler Schüler überfüllten Gymnasiums zu lösen, das nach Umzug der Werkrealschule den Fürstenbau zusätzlich bekommen soll. Denn die zugegebenermaßen enge Raumsituation der neuen Werkrealschule im Fürstenbau sei leicht in den Griff zu bekommen, meint Löffler. Außerdem verweist er auf die seit Jahren katastrophale Beförderung der Ochsenhausener Schüler in überfüllten Bussen, die durch den Standort Reinstetten noch unhaltbarer würde. Es gäbe zudem eine Reihe weiterer Nachteile am Standort Reinstetten. Der Gemeinderatsbeschluss sei unter enormem Zeitdruck und daher sehr schlecht vorbereitet gefällt worden. "Wir wollen, dass die Werkrealschule gleichberechtigt mit Gymnasium und Realschule am attraktiven und bewährten Standort weiter existiert", sagt Löffler. "Wir wollen das soziale Umfeld der Schüler beider Hauptschulen erhalten, denn die Ochsenhausener Schüler sollten uns wichtiger sein als die aus dem Illertal. Und wir wollen als Hauptbetroffene vom Gemeinderat angehört und einbezogen werden, was bisher nicht der Fall war." Jetzt schon. Am Dienstag, 26. Januar, prüft der Gemeinderat in seiner Sitzung, ob das Bürgerbegehren zulässig ist. Wir berichten weiter.
Erschienen am Donnerstag, 21. Januar 2010